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Biomasse in Deutschland: Energie aus Pflanzen und Reststoffen

Biomasse spielt in Deutschland eine wichtige Rolle als erneuerbare Energiequelle und trägt zur Energiewende und zum Klimaschutz bei.

 

In diesem Bericht erfahren Sie Wissenswertes über Biomasse in Deutschland, ihre Nutzung in Kraftwerken und die meistgestellte Fragen rund um dieses Thema.

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Grundlagen Biomasse:

Herstellung Biomasse

Was ist Biomasse?

Biomasse ist die organische Masse von Pflanzen und Tieren. Sie umfasst unter anderem Holz, Stroh, Energiepflanzen, Gülle, Bioabfälle und Reststoffe aus der Forst- und Landwirtschaft.

Wie wird Biomasse genutzt?

Biomasse kann auf verschiedene Weise genutzt werden, zum Beispiel:

  • Verbrennung in Biomassekraftwerken: Biomasse wird in Kraftwerken verbrannt, um Wärme und Strom zu erzeugen.

  • Herstellung von Biogas: Biomasse wie Gülle und Reststoffe aus der Landwirtschaft werden in Biogasanlagen vergärt, um Biogas zu gewinnen. Biogas kann als Brennstoff für Kraftwerke oder als Treibstoff für Fahrzeuge verwendet werden.

  • Herstellung von Biokraftstoffen: Aus Biomasse wie Pflanzenölen und Zuckerrüben kann Biodiesel und Bioethanol hergestellt werden. Biokraftstoffe können als Treibstoff für Fahrzeuge verwendet werden.

  • Herstellung von Biomaterialien: Biomasse kann auch zur Herstellung von Biomaterialien wie Biokunststoffen und Bionahrungsmitteln verwendet werden.

Welche Vorteile hat die Nutzung von Biomasse?

  • CO2-neutrale Energiegewinnung: Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben.

  • Regionale Wertschöpfung: Die Nutzung von Biomasse kann zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen, da die Biomasse oft in der Nähe der Kraftwerke oder Biogasanlagen erzeugt wird.

  • Sicherung von Arbeitsplätzen: Die Biomassebranche schafft Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft.

  • Flexibilität der Stromversorgung: Biomassekraftwerke können schnell und flexibel hoch- und heruntergefahren werden und tragen so zur Stabilisierung der Stromversorgung bei.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Biomasse:

Biomasse Raps, Holz

Welche Arten von Biomassekraftwerken gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Biomassekraftwerken, die sich in der Größe, der verwendeten Technologie und der Art der Biomasse unterscheiden.

 

Zu den wichtigsten Typen gehören:

  • Kraftwerke mit Rostfeuerung: Diese Kraftwerke verwenden vor allem Holzhackschnitzel und Holzpellets.

  • Wirbelschichtkraftwerke: Diese Kraftwerke können verschiedene Biomassearten verbrennen, auch Reststoffe mit hohem Wassergehalt.

  • Biogasanlagen: Biogasanlagen erzeugen Strom und Wärme aus Biogas, das aus Gülle, Reststoffen und anderen organischen Materialien gewonnen wird.

Wie hoch ist der Anteil von Biomasse an der Stromerzeugung in Deutschland?

Im Jahr 2023 lag der Anteil von Biomasse an der Stromerzeugung in Deutschland bei 19,7 Prozent. Damit war Biomasse die zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle nach Windkraft (23,0 Prozent).

Wieviel Biomasse wird in Deutschland verbraucht?

Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 69,4 Millionen Tonnen Biomasse zu energetischen Zwecken genutzt. Davon entfielen 62,9 Millionen Tonnen auf feste Biomasse, 4,5 Millionen Tonnen auf Biogas und 2 Millionen Tonnen auf flüssige Biomasse.

Welche Zukunft hat Biomasse in Deutschland?

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Biomasse an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 auf 21 Prozent zu erhöhen.

Biogasanlagen bei Landwirten

CO2 neutrale Energiegewinnung
Biomasse

Welche Arten von Biogasanlagen gibt es und welche sind für landwirtschaftliche Betriebe am besten geeignet?

Die Wahl der richtigen Biogasanlage für einen landwirtschaftlichen Betrieb hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Größe des Betriebs, der verfügbaren Biomasse und den finanziellen Möglichkeiten.

 

Die wichtigsten Arten von Biogasanlagen sind:

  • Hof-Biogasanlagen: Diese Anlagen werden direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb betrieben und verwerten die anfallende Gülle und andere Reststoffe.

  • Verbundanlagen: Diese Anlagen werden von mehreren landwirtschaftlichen Betrieben gemeinsam betrieben und verwerten neben Gülle und Reststoffen auch Energiepflanzen.

  • Industriebiogasanlagen: Diese Anlagen verwerten vor allem Reststoffe aus der Industrie, z.B. Speisereste und Klärschlamm.

Welche Größe und Leistung sollte eine Biogasanlage für einen typischen landwirtschaftlichen Betrieb haben?

Typische Größenordnungen:

  • Kleine Biogasanlagen: 50 bis 200 kW elektrische Leistung, geeignet für Betriebe mit 20 bis 50 GVE (Großvieheinheiten)

  • Mittlere Biogasanlagen: 200 bis 500 kW elektrische Leistung, geeignet für Betriebe mit 50 bis 150 GVE

  • Große Biogasanlagen: über 500 kW elektrische Leistung, geeignet für Betriebe mit über 150 GVE

Faustformel:

Pro GVE kann man mit einem jährlichen Substratbedarf von ca. 5 t Gülle, 3 t Mist und 1 t Energiepflanzen rechnen. Daraus lässt sich die benötigte Anlagenleistung grob abschätzen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Bau und Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland?

 

Die Bundesregierung und die Länder fördern den Bau und Betrieb von Biogasanlagen mit verschiedenen Programmen.

 

Zu den wichtigsten Fördermöglichkeiten gehören:

  • Investitionsförderung: Der Investitionszuschuss deckt einen Teil der Investitionskosten für die Biogasanlage ab. Die Höhe des Investitionszuschusses liegt in der Regel zwischen 20 und 40 % der förderfähigen Kosten.

  • Betriebskostenförderung: Diese Förderung deckt einen Teil der laufenden Betriebskosten einer Biogasanlage ab.

  • Leistungsprämie: Die Leistungsprämie wird pro Kilowattstunde (kWh) elektrischer Leistung, die von der Biogasanlage erzeugt wird, gezahlt. Die Höhe der Leistungsprämie liegt in der Regel zwischen 4 und 8 Cent pro kWh.

  • Bonuszahlungen: Für die Erfüllung bestimmter Kriterien, z.B. die Verwendung von Gülle aus der eigenen Tierhaltung, können zusätzliche Bonuszahlungen gewährt werden.

  • EEG-Vergütung: Biogasanlagenbetreiber erhalten für den eingespeisten Strom eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Förderfähige Kosten:

Die förderfähigen Kosten umfassen in der Regel die Kosten für:

  • Planung und Bau der Biogasanlage

  • Anschaffung von Maschinen und Anlagen

  • Inbetriebnahme und Verkabelung

  • Gutachten und Genehmigungen

Welche Kosten können damit abgedeckt werden?

Mit der Förderung können in der Regel ein großer Teil der Investitionskosten für eine Biogasanlage abgedeckt werden. Die genaue Höhe der Förderung hängt jedoch von den individuellen Voraussetzungen ab.

Wie hoch ist der Ertrag einer Biogasanlage?

Der Ertrag einer Biogasanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art und Menge der eingesetzten Biomasse, der Effizienz der Anlage und den Marktpreisen für Strom und Gas. In der Regel liegt der Ertrag einer Biogasanlage zwischen 500 und 800 kWh/t Biomasse.

Welche Auswirkungen hat eine Biogasanlage auf die Umwelt?

 

Biogasanlagen können positive und negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

 

Zu den positiven Auswirkungen gehören:

  • Reduzierung von Treibhausgasen: Biogasanlagen tragen zur Reduzierung von Treibhausgasen bei, da sie CO2-neutrale Energie erzeugen.

  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit: Gärrest aus Biogasanlagen kann als Dünger auf den Feldern verwendet werden und so die Bodenfruchtbarkeit verbessern.

  • Entsorgung von Reststoffen: Biogasanlagen können zur Entsorgung von Reststoffen aus der Landwirtschaft und der Industrie beitragen.

​Wie sieht die Zukunft der Biogasanlagen in Deutschland aus?

 

Die Zukunft der Biogasanlagen in Deutschland ist unsicher. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Biomasse an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 auf 21 Prozent zu erhöhen.

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